Apostel Falk über das, „was neu ist“

Wieder in neuer Besetzung fand am heutigen Sonntag, 10. Mai 2020, ein Video- und Telefongottesdienst statt, der aus Hamburg übertragen wurde – Uli Falk, der gestern vor zehn Jahren zum Apostel ordiniert worden war, führte den Gottesdienst durch und wurde von Bischof Thorsten Beutz unterstützt. Auffällig zum Muttertag: Die eingespielten Musikbeiträge kamen von Kindern und Jugendlichen.

Junge Leute in Solo- und Kleinbesetzung, Kinder- und Jugendchöre stimmten schon zu Übertragungsbeginn auf den Gottesdienst ein und bildeten im Folgenden auch den musikalischen Rahmen des Gottesdienstes. Dabei konnten Apostel Falk und Bischof Beutz in bekannte Gesichter sehen, denn die jungen Akteure kamen größtenteils aus ihren Arbeitsbereichen.

Bibellesung vor Gottesdienstbeginn

Der zu Trappenkamp in Schleswig-Holstein gehörende Apostel durfte sogar aus seiner eigenen Gemeinde einen musikalischen Gruß empfangen: Ein Quartett trug als ersten Gesangsbeitrag das aus dem neuapostolischen Chorliederbuch bekannte Stück „Heb, Pilger, hoch dein Haupt empor“ vor. Nach weiteren Musikbeiträgen bildete eine zweisprachig vorgetragene Bibellesung den Schlusspunkt der Einspieler vor dem Gottesdienst.

Bibellesungen haben in der Neuapostolischen Kirche noch keine lange Tradition und sind innerhalb eines Gottesdienstes nur an Feiertagen vorgesehen. Entsprechend der heutigen Gestaltung wird jedoch in manchen Gemeinden vor dem Gottesdienst die Predigtgrundlage im Kontext vorgelesen, um – neben Impulsen aus der Musik – auf die Predigt einzustimmen, die heute zu 2. Korinther 5,17 sprach: „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Gottesdienst über das, „was neu ist“

Eng am Bibelvers gab Apostel Falk zu Beginn der Predigt die inhaltliche Linie vor: „Dieser Gottesdienst beschäftigt sich mit dem, was neu ist.“ Bevor er auf die neue Kreatur zu sprechen kam, ging er auf die neuen Umstände des kirchlichen Lebens ein, die sich in den letzten zwei Monaten Corona-bedingt entwickelt haben. Bei dieser Betrachtung stellte der Apostel die Art und Weise heraus, wir Gottesdienste gefeiert wurden und werden:

Er freue sich über die Bandbreite der Musik, die Mitwirkung Vieler in Vorbereitung auf den Gottesdienst und auch über die große Gemeinde, wörtlich über „eine Größe, die sonst kaum möglich gewesen wäre.“ Erkennbar hatte Apostel Falk die Größe und Vielfalt der durch die Technik verbundenen Kirchenmitglieder im Blick, wechselte zum Beispiel für ein paar Sätze ins Englische und adressierte seine Grüße somit unmittelbar an seine Glaubensgeschwister im United Kingdom: „Es ist ein tiefer Wunsch in meinem Herzen, dass wir miteinander verbunden sind.“

Kindgerecht – persönlich – kritisch


Mehrmals sprach Apostel Falk auch die Kinder an, die den Gottesdienst mit ihren Eltern zuhause verfolgten. Entsprechend bildhaft fielen seine Beispiele aus, die ihn gleichzeitig sehr persönlich werden ließen. Einher gingen damit seine gewohnt klaren Botschaften, mit denen er auch kritische Themenfelder berührte. So sei eine Problematik von Kirche, dass ihr einerseits der Charakter längst Vergangenem anhafte, da es um alte Geschichten gehe, andererseits ihr Kern in einer sehr abstrakten Zukunft liege, dem ewigen Leben bei und mit Gott.

„Richtig spannend wird es erst“, so der Apostel, „wenn wir den Herrn im Hier und Jetzt unser Leben bestimmen lassen.“ Gelingt dies, so könne Neues entstehen, was in Teilen in den Seelen schon angelegt wäre, brächte aber mit sich, dass Altes sterben müsse. In diesem Zusammenhang rief Apostel Falk dazu auf, keine Kompromisse mit den Geboten Gottes zu machen und all jenes aufzugeben, was nicht im Einklang mit Gott und seinem Willen stehen würde.


„Ein Beispiel habe ich euch gegeben“

„Lassen wir das neue Leben zu, es ist bereits von Gott geschenkt“, sollte der letzte Satz der Hauptpredigt sein, ehe der aus Wilhelmshaven angereiste Bischof Beutz ergänzende Gedanken aussprach, beginnend mit einem besonderen Gruß nach Estland und Finnland: „Ich vermisse euch!“ (Bischof Beutz unterstützt Apostel Heynes in der seelsorgerischen Betreuung der Kirchenmitglieder in Estland und Apostel Steinbrenner in Finnland. Allen aus dem englisch-sprachigen Ausland angeschlossenen Haushalten wurde eine unmittelbare Satz-für-Satz-Übersetzung in die englische Sprache durch Bezirksevangelist Ralph Witfer angeboten.)

Ähnlich persönlich wie Apostel Falk zuvor, wurde auch Bischof Beutz, der einen Gedanken seines verstorbenen Vaters erwähnte und anschließend ausführte: „Wer andere überwindet, besitzt Stärke. Wer sich selbst überwindet, ist mächtig.“ Der Bischof schlug die Brücke zum Überwinder Jesus Christus, an dem sich zu orientieren gelte, womit er Johannes 13,15 zitierte: „Ein Beispiel habe ich euch gegeben, dass ihr tut, wie ich euch getan habe.“

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