Gottesdienst zu Himmelfahrt mit Apostel Steinbrenner

„Ich glaube, dass der Herr Jesus so gewiss wiederkommen wird, wie er gen Himmel gefahren ist ...“ Mit diesen Worten aus dem 9. Glaubensartikel bekennen neuapostolische Christen ihren Glauben an das biblisch überlieferte Himmelfahrts-Geschehen. Ein weiteres Bekenntnis zur Himmelfahrt Jesu zeigten sie am heutigen Donnerstag, 21. Mai 2020, mit ihrer Teilnahme am Himmelfahrts-Gottesdienst am Vormittag – überwiegend mittels der in Corona-Zeiten etablierten Internet- und Telefonübertragung aus Hamburg.

„In der frühen Christenheit gab es noch kein Fest zur Erinnerung an die Himmelfahrt Christi. Erst im 4. Jahrhundert begann man in manchen Gegenden der Ostkirche den 40. Tag nach Ostern als Fest ‚Christi Himmelfahrt’ zu begehen“, schreibt in ihrem Glossar nak.org, die offizielle Website der Neuapostolischen Kirche International. „Dieser Brauch setzte sich im 5. Jahrhundert im Westen wie im Osten gleichermaßen durch.“

Ein Brauch ist dieses Erinnern auch in der Neuapostolischen Kirche – und mehr noch: Es ist insofern typisch neuapostolisch, da von Beginn an die Himmelfahrt zur apostolischen Verkündigung gehört. So ist davon schon in den Predigten des Apostel Petrus und in mehreren Briefen der Apostel zu lesen. Am ausführlichsten ist das Ereignis im ersten Kapitel der Apostelgeschichte beschrieben, aus dem Bischof Arvid Beckmann im Rahmen der feiertags-obligatorischen Bibellesung die Verse 4-12 vorlas.

Predigtgrundlage: Epheser 1,20.21

Die Grundlage für die heutige Predigt stammte aus dem Brief des Apostel Paulus an die Epheser, in dem die Verse 20 und 21 des ersten Kapitels einen mittelbaren Himmelfahrts-Verweis darstellen:
„Mit ihr hat er an Christus gewirkt, als er ihn von den Toten auferweckt hat und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und jeden Namen, der angerufen wird, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen.“

Die Epheser-Verse bildeten heute in allen neuapostolischen Gottesdiensten die Predigtgrundlage, wenngleich auch mit leicht abweichenden inhaltlichen Schwerpunkten. Die Schwerpunkte für die Gebietskirche Nord- und Ostdeutschland setzte Apostel Jörg Steinbrenner und – ergänzend – Bischof Arvid Beckmann. Die Orgel spielte vor und zum Gottesdienstbeginn („Über aller Himmel Heere“) Timo Schmidt aus Bad Schwartau (Schleswig-Holstein), weitere Musik erfolgte wie in den vergangenen Wochen per Einspieler.


Himmelfahrt: Eine Frage des Glaubens

Apostel Steinbrenner betonte das Wundersame des Himmelfahrts-Geschehens und stellte die Haltung dazu als eine Frage des Glaubens heraus. Dazu gab er ein einfaches Beispiel: Jahrzehnte zurück hätte man heutige Technik auch für unvorstellbar gehalten, etwa Video-Telefonie von einem Ende der Welt zum anderen. So käme man beim Gedanken, wie wohl Jesu Himmelfahrt vonstattenging, ebenfalls ganz schnell an Grenzen, vorausgesetzt man zöge menschliche Erfahrung statt Glauben und Vertrauen in Gott Vater und Gott Sohn hinzu.

Bischof Beckmann berichtete von einer Sonntagsschul-Stunde, die er in einem Kreis von Kindern durchgeführt hatte, in dem es Differenzen gab. Doch unter dem Motto „Wir wollen einmal Himmel machen“ entwickelte sich nicht nur eine inhaltlich wertvolle Stunde, auch im Miteinander sei eine schöne Entwicklung zu beobachten gewesen, so der Bischof. Daran anknüpfend rief er dazu auf: „Lasst uns versuchen, Himmel zu machen – in der Gemeinde, in der Familie, in dem Umfeld, wo wir sind.“


IJT jährt sich: Livestreams bis Sonntag

Wie Apostel Steinbrenner ansprach, jährt sich mit dem heutigen Himmelfahrtstag der Start des Internationalen Jugendtags (IJT), der 2019 – zehn Jahre nach dem Europa-Jugendtag (EJT) – mit knapp 30.000 Teilnehmern in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) stattfand. Aus Anlass des ersten Geburtstages bietet die Neuapostolische Kirche bis Sonntag Livestreams verschiedenster IJT-Veranstaltungen an.

Sonntag ist der Haupttag der „Geburtstagsfeier“: Von 12 bis 22 Uhr wird ein bunter Mix aus theologischen Vorträgen, Konzerten und weiteren Überraschungen geboten. Als Höhepunkte gelten unter anderem der Erste Internationale Christliche Poetry-Slam-Contest sowie das Gespräch mit Priester und Gemeindevorsteher Thilo Wolff, Gründer der Metal-Band „Lacrimosa“. Alle Infos zum Programm sind auf der IJT-Internetseite zu finden: www.ijt2019.org

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